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Probleme mit dem Meditieren

Einfach mal Entspannen und Ausklingen lassen ... aber dabei kannst du auch vieles lernen, weswegen du hier über Meditationen diskutieren kannst

Probleme mit dem Meditieren

Beitragvon MolSv609 » Sa 19. Sep 2015, 14:08

Guten Tag,
Ich probiere seit einiger Zeit zu meditieren, doch es klappt nicht wirklich. Das erste Problem ist, dass ja nach einiger Zeit einige Stellen am Körper sich merkwürdig anfühlen, und ich mich dann um dem Verlangen nachzugeben mich bewege. Sehe das selbst eher als eine Sache der Übung.
Das größere Probleme ist eher das Hauptziel der Meditation, und zwar irgendwie Ruhe in den Gedanken zu erlangen, was einfach nicht klappen will. Es schwirren einfach viel zu viele Gedanken herum die einfach nur störend sind. Und da wollte ich nachfragen, wie ich am besten dieses Chaos lüften kann, da es schon ziemlich störend ist.

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Re: Probleme mit dem Meditieren

Beitragvon MASRUR » Sa 19. Sep 2015, 17:56

Hi MolSv609,

warum sollte es dir eigentlich besser gehen als allen anderen? :D

Mit diesen "Problemen" hat, glaube ich wohl, jeder anfangs zu tun gehabt.
Es ist halt einfach nur ungewohnt, sich mit geistigen Aktivitäten zu beschäftigen.

Erinnerst du dich? Als du angefangen hast, nach der Krabbelphase deine ersten Gehversuche zu versuche, da bist du auch - öfter als die lieb war - auf die Schnauze gefallen.
Es ist zwar iwie frustrierend, - aber hast du deswegen aufgehört, deinen aufrechten Gang zu üben? Nee, wie man ja sieht, nicht!
Bei der Meditation ist es auch nicht viel anders...

Und was deine für dich sehr gross erscheinenden Probleme beim Versuch zu meditieren angeht, die sind in Wirklichkeit und im Vergleich zu allem anderen Folgernden wirklich sehr klein.

Wenn du plötzlich das Gefühl hast, dich bewegen zu müssen, um eine bequemere Position einzunehmen, was sollte dich daran hindern, eine Unbequemere zu verlassen? - Also ich nun wirklich nicht!

Und wenn es dich irgendwo kribbelt oder juckt, was sollte dich daran hindern, dich zu kratzen, damit dieses ablenkende, die Konzentration irritierende Jucken etc. zu beseitigen? Also ich nun wirklich nicht!

Je mehr du dich zu zwingen versuchst, dieser Irritation standzuhalten, je mehr irritiert es dich und lenkt dich von der wahren Konzentration ab, bis du deine Meditation oder deren Einstieg angepisst abbrichst, weil du schliesslich ganz aus dem Zustand des Versuchs rausgekommen bist.

Wa tut fliessendes Wasseer, wenn es gegen ein Hindernis stösst?
Es fliest natürlich darum herum, denn brechen kann es das Hindernis nicht spontan!

Also: wenn dich was juckt, dann kratz dich. Wenn deine Position dir unvorteilhaft erscheint, dann ändere sie positiv für dich.
So einfach ist das!

Dann wäre da noch dein Problem mit der Konzentration bzw. des Loslassens deiner Gedanken.
Nun, dazu gehört sicherlich etwas längere Übung - denn vom Himmel gefallen ist noch kein Meister.

Du kennst doch das Sprichwort: Wenn du deine Feinde (in diesem Fall deine Gedanken) nicht besiegen kannst, dann verbünde dich mit ihnen!
Auf dein derzeitiges Unvermögen, deine Gedanken fort zu scheuchen solltest du genau dementsprechend reagieren.
Suche dir einen eher "wertlosen" Gedanken aus der Vielzahl derer, die deine Meditationsversuche stören, aus und kralle ihn dir, halte ihn fest und vergiss alle anderen Gedanken.
Du wirst nach einigen Versuchen merken, die anderen Gedanken verschwinden gelangweilt, sob ald sie merken, dass sie dich nicht mehr interessieren - bis auf den einen, den du dir gekrallt hast.
Nun denke nicht an den Inhalt diese einen Gedanken, sonder denke einfach nur insgesamt an diesen einen Gedanken als solchen.
Mehr musst du für den Anfang gar nicht tun.

Wenn du diese Routine beherrschst, dann kannst du daran gehen, auch diesen einen Gedanken noch sich selbst zu überlassen. Wenn du von ihm schliesslich gelangweilt genug bist, dann wird auch er sich in Wohlgefallen auflösen.

Dann wirst du feststellen, nachdem alle Gedanken sich iwie verflüchtigt haben, dass du nur noch eine grosse, unbegrenzte Weite von Nichts vor dir hast. Es ist zwar eine dunkle Unendlichkeit, die deinen Geist ausfüllt, aber dennoch ist sie weder kalt noch bedrohlich, sondern angenehm warm und Geborgenheit vermittelnd.

Wenn du so weit bist, dann bist du dabei, deine erste Leermeditation zu erfahren.
Und plötzlich, wenn du dich in dieser Leere wirklich wohl und geborgen fühlst, bemerkst du plötzlich, dass Farben anfangen vor deinem inneren Auge sichtbar zu werden.
Sie bewegen sich, verschwinden wieder und neue Farben fliessen vor deinem inneren Auge...

Wenn du erstmal so weit bist, dann ergeben sich weitere Erfahrungen ganz von selbst und du hast in der Tat die Leermeditation für die gefunden.
Überigens, die Leermeditation ist - nicht nur meiner Ansicht nach - die idealste aller Meditationen, denn von dieser aus kannst du alle die vielen unterschiedlichen Wege der Meditation einschlagen, die möglich sind (und das sind mal richtig viele) (happy)

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Re: Probleme mit dem Meditieren

Beitragvon MolSv609 » Sa 19. Sep 2015, 19:23

Danke für die Antwort, sie hat sehr viel Klarheit gebracht, gerade der Punkt mit den Farben.
Ich weiß jetzt nicht ob es das gleiche war, jedoch an den ersten Tagen meiner Anmeldung hier, habe ich mich eben heran gesetzt und probiert zu meditieren, und nach einiger Zeit sah ich eben wie du beschrieben hast Farben welche sich bewegten, etc. Fand das optisch einfach wahnsinnig, dachte aber weniger, dass es mit der Meditation zu tun hatte. Und im Nachhinein weiß ich nicht mal mehr was so richtig passiert ist, nur das Farbenspiel mit geschlossenen Augen blieb im Gedächtnis.

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Re: Probleme mit dem Meditieren

Beitragvon MASRUR » Sa 19. Sep 2015, 22:05

Bei deiner Beschreibung würde ich mal sagen, du in dem Falle einfach mal die ganzen Preliminarien übersprungen hast und direkt in die Leermeditation geraten bist.
Na also, du kannst es doch!
Und wenn du später (heute) iwelche Probleme dabei hast, dann denkst du zu viel nach und lässt dir von deinem (im Gegensatz zum Geist) dummem Verstand zu viel reinreden :D

Und die Farbenspiele? Die sind durchaus normal und gehören quasi dazu - du sollst ja auch was für's Auge haben (chuckle)

So, wenn du das zuvor Gesagte dann also erst mal einigermassen gut beherrschst, dann sagst du Bescheid und wir können einen Schritt weiter in dieser Richtung gehen...
Aber geniesse erstmal deinen Sonntag (und Gott sprach: am 7. Tage sollst du ruhen),

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Re: Probleme mit dem Meditieren

Beitragvon MASRUR » Mo 3. Jul 2017, 14:00

Der Eine oder Andere hat scheinbar Problme mit dem folgenden Satz und den sich daraus ergebenden Konsequenzen.
"Nun denke nicht an den Inhalt dieses einen Gedanken, sonder denke einfach nur insgesamt an diesen einen Gedanken als solchen."
viewtopic.php?f=31&t=712&p=3471&hilit=Leermeditation#p3471

Das muss aber gar nicht sein. Die Lösung ist doch ganz einfach!

Jeder Gedanken, der sich in deinem Kopf breit macht und dessen du dir bewusst wirst, wurde naturgemäss zuvor von dir gedacht - sonst könntest du ihn gar nicht (bewusst) bemerken. Und wenn du jeden dir in den Kopf kommenden Gedanken zuvor generiert hast, dann natürlich nicht nur dessen Hülle, sondern auch das, was in ihm sonst noch steckt. Du kennst also auch das Innere dieser schenbar spontan erscheinenden Gedanken (auch wenn du dir dessen nicht unbedingt auch bewusst sein müsstest).
Wenn ich also sage: "Nun denke nicht an den Inhalt dieses einen Gedanken,...", (weil du den ja bereits kennst), sonder denke einfach nur an den (Gesamt-)Gedanken selbst, dann hat das durchaus seine Berechtigung. Du brauchst schliesslich nur ganz generell an den Gedanken denken.

Hier mal ein ganz simples Beispiel aus deinem Alltag.

Du gehst in deinen Einkaufsmarkt und willst dir eine Pizza holen. An der Kühltrheke greifst du nach deiner Lieblingspizza, die mit Käse und Ananasstückchen.
Was tust du eigentlich in diesem konkreten Moment?
Du greifst dir einfach die entsprechende Schachtel und gehst damit zur Kasse und dann nachhause, um sie zu verspeisen.
Du denkst nicht an den detailierten Inhalt der Schachtel, nicht einen Gedankenbruchteil!
Und warum nicht? - Weil du bereits weisst, was in dieser Schachtel enthalten ist!
Nämlich eine Pizza mit Käse und Anannasstücken.
Alles, was du tun musstest, um in den Besitz dieser speziellen Pizza zu gelangen war, an die Kühltheke zu gehen und diesen bestimmten Karton heraus nehmen. (Das kannst du aber nur tun, wenn du bereits den Karton und dessen Inhalt kennst).

Genau genommen "weisst du gar nicht" was tatsächlich in dieser Schachten ist - es könnte ja auch - (rein theoretisch) etwas ganz Anderes sein, als das, was du als gegeben voraussetzt, weil es deinem Wissen entspricht. Aber das ist nicht so, sondern es ist genau das, was du als gegeben vorausgesetzt hast.
Und weil dies so ist brauchtest du auch keinerlei Gedeanken daran verschwenden, was in dieser speziellen Schachtel enthalten ist.
Als du dich entschlossen hattest, dir deine Lieblilngspizza aus dem Markt zu holen bestand dein Gedanken aus dem Umverpackung der Pizza und dem Inhalt der Verpackung parallel. Vor deinem geistigen Auge hattest du das Bild des Produktes sowohl von seiner äusseren Verpackung als auch gleichzeitg von deren Inhalt.
Ist das jetzt einfach und doch verständlich? Ja! ist es.

Genau so ist es auch mit deinem Gedanken aus der Leermeditation.
Du siehst den Gedanken als solchen und weisst gleichzeit anhand des Namens oder der dir bekannten Beschreibung dieses einen Gedeanken, was sein Inhalt ist.
Wenn dein Gedanken ist, ...., (was auch immer er ist,) so weisst du gleichzeitig, was dieser Gedanken darstellt und zwangsweise daher auch beinhalten muss,/wird/beinhaltet - denn ohne dieses Wissen (welches ein Gleichzeitiges mit der Erkennung des Gedanken selbst ist) könntest du auch nicht wissen, was der Inhalt des Gedanken wäre! Kennst du hingegen aber den Namen des Gedanken, dann weisst du gleichzeit, was sein Inhalt, sein Sinn und Zweck ist.

Na, ist das jetzt einfach oder ist das jetzt einfach? :D

Also denke auf deinem Weg in die Leermeditation nur an den Gedanken als solchen und mache dir nicht erst auch noch die (unnütze) Mühe, dich mit dem Inhalt des Gedanken zu beschäftigen.
Dieser spezielle Gedanken für/in deiner Leermeditation hat nur den Zweck, dich darauf zu fokussieren, was du bezwecken willst, nämlich ein ganz bestimmtes Ergebnis evl. in, oder besser durch, diese Leermeditation, wenn du diesen Zustand dann erreicht hast, zu bewerkstelligen.
Das aber könntest du nicht, wenn du nicht mit dem Festhalten dieses Gedanken auch den Inhalt des Gedanken erkennst, denn genau das ist ja das endliche Ziel deiner Leermeditation.
Und indem du diesen Gedanken festhältst, dich auf diesen konzentrierst, konzentrierst du dich auf das angestrebte Ergebnis.
De facto hast du - genau genommen - eigentlich 3 Gedeanken in deinem Kopf, die aber doch nur ein einziger Gedanken sind:

1. der Gedanken an die erfolgreiche Leermeditation
2. den von dir festgehaltenen Gedanken und
3. den Inhalt eben dieses Gedanken.

Das bedeutet jedoch, dass du einen Gedanken nicht denken kannst, ohne seinen Inhalt oder seinen Zweck zu kennen.

Dabei ist unterbewusst (das Anstreben der erfolgreichen) Leermeditation sehr primär und dann weiter in den Hintergrund versetzt der Gedanken und seines Inhaltes selbst.
Schliesslich und wenn du in deinem Unterbewusstsein sicher weisst, was es mit diesem Gedanken aufsich hat, kannst du auch diesen Gedanken gehen lassen und dich gänzlich deiner Leermeditation widmen - der Inhalt deines Gedanken ist ganz weit in den Hintergrund gerückt, es bleibt dir nur noch das Wissen seines Inhaltes, gerade noch so viel, dass du dies nicht aus deinem Unterbewusstsein verdrängst bzw., entfernst. Das ist dann ein unbewusste Wissen, von welchem du in und durch deine Leermeditation geleitet wirst.

Ich hoffe, ich habe mich für euch alle verständlich ausgedrückt und ihr erkennt, was es mit diesem Hilfsmittel-Gedanken auf sich hat.
Mit der Zeit wirst du es automatisch lernen ganz am Anfang kurz an den Gedanken, den du festhalten willst, zu denken und dann kannst du auch ihn davonschweben lassen, denn alle weiteren Detailschritte haben sich aus deiner Gewohnheit heraus direkt in dein unbewusstes Unterbewusstsein begeben und erfüllen das, was sie erfüllen sollen (nämlich das Motiv für deine jeweilige Leermeditation) ohne deine Leermeditation durch störendes Denken, zu behindern,

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